Aus dem Blog

Alles vom ECOSOC Jugendforum 2025

Vom 15. bis 17. April 2025 fand im UN-Hauptquartier in New York das 14. ECOSOC Jugendforum statt – eine zentrale Plattform der Vereinten Nationen, auf der junge Menschen direkt in den Dialog zu globalen Herausforderungen treten. UNYD Markus Wane berichtet euch hier. 

Unter dem Motto „Youth at the forefront: Leveraging Science and Social Inclusion for Sustainable Development“ ging es darum, wie junge Menschen wissenschaftliche Erkenntnisse und soziale Inklusion konkret zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) nutzen können.

Ich nahm als österreichischer UN-Jugenddelegierter gemeinsam mit Sektionsleiterin Bernadett Humer vom Bundeskanzleramt (BKA – Familie & Jugend) teil. Rund 30 Minister*innen sowie zahlreiche junge Vertreter*innen aus aller Welt tauschten sich in verschiedenen Formaten und Diskussionsrunden aus.

Junge Menschen tauschen sich beim ECOSOC Youth Forum aus.

Resultate fließen in das High-Level Political Forum

Das Forum war in verschiedene Formate gegliedert: Hauptsitzungen mit Redebeiträgen von Staaten und Zivilgesellschaft zu spezifischen SDG-Schwerpunkten (Gesundheit, Geschlechtergleichstellung, Arbeit, Umwelt und Partnerschaften), zahlreiche Side-Events zu speziellen Themen und intensiver informeller Austausch abseits des offiziellen Programms, was für uns besonders wertvoll war. Die Resultate fließen in das High-Level Political Forum ein (das zentrale UN-Forum zur Überprüfung der Fortschritte bei den Nachhaltigkeitszielen).

Side Event: Innovative Lösungen rund um psychische Gesundheit

Mein persönliches Highlight war das virtuelle Side-Event, das ich mitorganisiert habe: „Youth Expertise in Action: Systemic Solutions for Mental Health and Decent Work“. Hier präsentierten junge Expert*innen innovative Lösungen rund um psychische Gesundheit und menschenwürdige Arbeit. Besonders deutlich wurde dabei, dass soziale Absicherung und der Abbau von Stigmatisierung entscheidend dafür sind, dass junge Menschen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten.

Abgesehen von spannenden Side Events und den thematischen Sessions waren das hier meine wichtigsten weiteren Termine:

  • High-Level-Meetings: Treffen mit dem ECOSOC-Präsidenten Bob Rae, der Beigeordneten Generalsekretärin Bjørg Sandkjær (UN DESA), Austausch mit dem ASG für Jugendfragen Felipe Paullier (UN Youth Office), sowie Austausch mit Themba Kalua, Direktor für die Umsetzung des Zukunftspakts im Exekutivbüro des UN-Generalsekretärs.
  • Fachliche Gespräche: Austausch mit der Food and Agriculture Organization (FAO), Treffen mit UNODA (Abrüstungsabteilung der Vereinten Nationen) und der Major Group for Children and Youth

In informellen Treffen abseits des offiziellen Programms wurden mehrere wichtige Initiativen des UN Youth Office vorgestellt: Gemeinsam mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) entsteht aktuell eine globale Plattform für Jugendinvestitionen zur Wiederbelebung des UN Youth Fund. Eine weitere Taskforce, geleitet von UNFPA und UN Youth Office, konzentriert sich im Rahmen der Umsetzung des Zukunftpaktes darauf, sinnvolle Jugendbeteiligung in Evaluations- und Monitoring-Prozessen zu stärken.

Besonders relevant für uns Jugenddelegierte war außerdem das Youth-2030-Netzwerk, das nationale Jugendbeteiligungsmechanismen in bis zu 132 Ländern systematisch erfassen und mit UNFPA-Aktivitäten verknüpfen möchte.

Während des Forums haben wir außerdem „The Collective for Coordination“ ins Leben gerufen, eine neue Vernetzungsplattform für UN-Jugenddelegierte. Ziel von „The Collective“ ist es, Jugenddelegierte inhaltlich, organisatorisch und strukturell besser auf ihre Aufgaben vorzubereiten und unabhängige Strukturen für nachhaltiges und konstruktives Engagement auf UN- und nationaler Ebene zu schaffen.

Nächster Schritt: World Social Summit

Zum Abschluss möchte ich auf einen wichtigen Gedanken der polnischen UN-Jugenddelegierten Hanna Miśniakiewicz als Antwort auf die berechtigte, skeptische Frage “Was bringt das ECOSOC Youth Forum eigentlich” eingehen, der auch mich während des Forums begleitet hat. Sie stellte die Frage: „Vielleicht sollten wir uns nicht fragen, ob diese Foren sinnvoll sind, sondern eher, was wäre, wenn es sie gar nicht gäbe? […] Denn was wäre, wenn junge Menschen ihre Stimme nur innerhalb ihrer eigenen Länder erheben könnten – manche erfolgreich, andere von autoritären Regimen zum Schweigen gebracht? Was wäre, wenn wir uns nie getroffen hätten, nie Ideen ausgetauscht, nie Koalitionen gebildet und nie gelernt hätten, dass wir mit unseren Anliegen nicht allein sind?”

Die Erkenntnisse des ECOSOC Jugendforums haben uns ganz konkret dazu verholfen, in aktuellen Verhandlungen zum World Social Summit und zur diesjährigen Konferenz zu Entwicklungsfinanzierung inhaltlich gezielter beizutragen. Außerdem wird das Netzwerk an engagierten Jugendvertreter*innen eine zentrale Rolle darin spielen, es uns zu ermöglichen, zentrale Anliegen von jungen Menschen in Österreich beispielsweise in den Verhandlungen der Generalversammlung im Herbst – die bestimmt nicht einfach werden – einzubringen.

  • UNYD Markus Wane beim ECOSOC Youth Forum mit anderen UN-Jugenddelegierten
  • UNYD Markus Wane beim ECOSOC Youth Forum mit anderen UN-Jugenddelegierten
  • UNYD Markus Wane beim ECOSOC Youth Forum mit anderen UN-Jugenddelegierten