Jugendkonferenz: Mehr Sicherheit für den digitalen Raum gefordert
Von 10. bis 12. Juni nahmen über 60 junge Menschen aus ganz Österreich und Südtirol an der Österreichischen Jugendkonferenz in St. Pölten teil. Dort sprachen sie sich für mehr Medienbildung sowie einen stärkeren Schutz vor Desinformation aus.
Wie muss der digitale Raum gestaltet sein, damit junge Menschen sich sicher informieren, ihre Meinung äußern und Fake News erkennen können? Unter dem Motto „Die EU, Social Media & Du“ gingen die Teilnehmenden der Jugendkonferenz diesen und weiteren Fragen auf den Grund.
Gemeinsam mit Expert*innen setzten sie sich intensiv damit auseinander, wie Desinformation funktioniert und welche Auswirkungen sie auf demokratische Prozesse haben kann. Zudem diskutierten sie, wie problematische Inhalte auf Social Media erkannt werden können, wie die eigene psychische Gesundheit geschützt werden kann und wie sich Informationen im digitalen Raum kritisch bewerten lassen.
In den ersten beiden Tagen der Konferenz identifizierten die Teilnehmer*innen so die Herausforderungen von Social Media und arbeiteten an Empfehlungen für die Politik.

Jugendliche sprachen mit Bundesminsterin und den Landesrät*innen
Der Dialog mit der Politik fand am letzten Konferenztag statt. Die Teilnehmer*innen diskutierten ihre Anliegen mit der Bundesministerin Claudia Bauer und den für Jugend zuständigen Landesrät*innen Christiane Teschl-Hofmeister (NÖ), Christian Dörfel (OÖ), Stefan Hermann (STMK), Astrid Mair (T), und Bettina Emmerling (Wien).
Zentrale Ergebnisse, die die Teilnehmer*innen hierbei besonders hervorhoben, waren:
- Medienkompetenz muss in den Lehrplänen bereits früh als eigenes, praxisnahes Fach im Schulalltag verankert werden. Dafür braucht es eine zeitgemäße Aus- sowie Weiterbildung von Lehrkräften und auch verstärkte Angebote außerhalb der Schule.
- Social-Media-Plattformen müssen viel stärker in die Pflicht genommen werden: Nutzer*innen brauchen mehr Kontrolle über ihre Daten und es braucht Funktionen, mit denen insbesondere potenziell süchtig machende Mechanismen deaktiviert werden können.
- Es braucht mehr psychologische Betreuung, einen Ausbau der Schulpsychologie sowie niederschwellige und kostenfreie Therapieangebote für junge Menschen. Zusätzlich braucht es digitale Anlaufstellen sowie klare Verweise auf Hilfsangebote innerhalb der Plattformen.

Was passiert jetzt mit den Ergebnissen?
Die Österreichische Jugendkonferenz ist Teil des EU-Jugenddialogs, eines EU-weiten Beteiligungsprozesses für junge Menschen. In Österreich wird dieser von der BJV koordiniert. Sie nimmt die erarbeiteten Forderungen nun in ihre Arbeit auf und bringt sie sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene in die Politik ein.
Die nächste Beteiligungsrunde des EU-Jugenddialogs startet im Juli 2026 und widmet sich dem Youth Goal #4 Information und konstruktiver Dialog. Auch hier werden die Ergebnisse der Jugendkonferenz 2026 einfließen.
Alle Fotos zur Österreichischen Jugendkonferenz 2026 findest du hier.
Das Konferenzvideo kannst du hier ansehen.
Fotos: BJV/Kirill Lialin
Du willst mehr über den EU-Jugenddialog erfahren? Dann schau bei jugenddialog.at vorbei!





