Studienreise Berlin: Jugendvertretungen tauschten sich aus

Eine Delegation der BJV reiste für einen Studienbesuch nach Berlin. Neben einem Vernetzungstreffen mit dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR) standen auch Gespräche mit verschiedenen Organisationen zu aktuellen jugendpolitischen Themen auf dem Programm.

Männer und Frauen stehen und hocken bei der Studienreise in Berlin lächelnd beieinander.
BJV-Studienreise nach Berlin

Auftakt der Studienreise war ein Besuch beim DBJR.

Anfang Juli reisten Vertreter*innen des Vorstands und der Geschäftsstelle der BJV für eine Woche nach Berlin. Dabei ging es vor allem darum, sich mit verschiedenen Organisationen – allen voran dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR) – über aktuelle jugendpolitische Themen auszutauschen und neue Perspektiven für die Interessenvertretung junger Menschen in Österreich zu gewinnen.

Austausch mit dem Deutschen Bundesjugendring

Den Auftakt bildete ein ganztägiger Besuch beim DBJR, der im Haus der Jugend angesiedelt ist. Nach einer Einführung in die Strukturen und Arbeitsweise des DBJR wurde schnell deutlich: Österreich und Deutschland verfolgen in der Jugendpolitik viele ähnliche Ziele, gleichzeitig unterscheiden sich die Rahmenbedingungen und Organisationsstrukturen in einigen Bereichen.

Im weiteren Verlauf des Tages standen unterschiedliche Themen auf dem Programm: Die Delegation erhielt Einblicke in die politische Bildungsarbeit und das Projekt U18-Wahl des DBJR sowie in die Vertretung deutscher Jugendverbände auf europäischer und multilateraler Ebene. Auch die Jugenddelegiertenprogramme wurden dabei näher diskutiert.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der digitalen Teilhabe. Dabei kam es unter anderem zu einem Austausch über das geplante Social-Media-Verbot in Österreich und einem Vergleich der Debatte mit den Entwicklungen in Deutschland sowie auf europäischer Ebene. Zum Abschluss des Tages ging es um den Organisationsentwicklungsprozesses des DBJR. Besonders die Einblicke in die praktische Umsetzung boten hilfreiche Hinweise für den eigenen Organisationsentwicklungsprozess, den die BJV derzeit durchläuft.

Menschen stehen vor einem offenen Tor lächelnd und hockend beeinander.
Austausch Naturfreundejugend

Die BJV war bei der Naturfreundejugend Deutschland zu Gast.

Jugendarbeit sichtbar machen

Am zweiten Tag der Studienreise führte der Weg zum Youth Policy Labs, mit dem die BJV derzeit ein Projekt zur Wirkungsmessung der verbandlichen Jugendarbeit durchführt. Ziel des Projekts ist es, die vielfältigen Wirkungen von Jugendarbeit sichtbarer zu machen und damit eine wichtige Grundlage für ihre Weiterentwicklung und stärkere politische Anerkennung zu schaffen. Gemeinsam wurde nicht nur über die Arbeit des Youth Policy Labs gesprochen, sondern vor allem über die Forschungsergebnisse des RAY-Netzwerks und anderen internationalen Forschungsprojekten.

Am Nachmittag ging es anschließend für einen Teil der BJV-Delegation zurück zum DBJR, wo ein Gespräch mit dem stellvertretenden DBJR-Vorsitzenden Jonathan Schweizer zum Thema Grundwehrdienst auf dem Programm stand. Dabei wurden die unterschiedlichen Modelle sowie deren Auswirkungen in Deutschland und Österreich diskutiert. Der Blick über die Grenze lieferte neue Perspektiven für die laufende Arbeit der BJV dazu.

Demokratie, Inklusion und Vernetzung

Der letzte Tag begann mit einem Besuch bei der Naturfreundejugend Deutschland. Nach einer Einführung in die Arbeit von FARN, der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz, standen aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich Demokratiearbeit im Fokus.

BJV-Vorsitzende Anna Schwabegger und stellvertretender DBJR-Vorsitzender Jonathan Schweizer posieren vor einem grünen Hintergrund.

Anna Schwabegger und Jonathan Schweitzer

BJV-Vorsitzende Anna Schwabegger und stellvertretender DBJR-Vorsitzender Jonathan Schweizer.

Eine Gruppe von Menschen sitzt rund um einen Tisch vor einem Bildschirm, auf dem eine Projekpräsentation zu sehen ist.
Austausch bei der Naturfreundejugend

Vorstellung des Projekts „Zusammen SEIN“ des Landesjugendrings Berlin.

Anschließend tauschten sich die BJV-Vorsitzenden Ahmed Naief und Anna Schwabegger mit dem DBJR-Vorsitzenden Wendelin Haag über die Arbeitsweise vom DBJR und von der BJV, die politische Situation in Deutschland sowie mögliche zukünftige Kooperationen aus. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig der regelmäßige Austausch zwischen Jugendvertretungen über Ländergrenzen hinweg ist.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Inklusion. Gemeinsam mit Vertreter*innen des Projekts „Zusammen SEIN“ des Landesjugendring Berlins sowie der Fachstelle Inklusion des Landesjugendring Brandenburgs erhielt die BJV Einblicke in unterschiedliche Ansätze inklusiver Jugendarbeit. Besonders spannend waren die vorgestellten Methoden und Materialien für die Bildungs- und Awarenessarbeit. Darunter war auch der „Second-Hand-Koffer“, der insbesondere bei Veranstaltungen zum Einsatz kommt und Awarenessteams mit verschiedensten Materialien unterstützt.

Den Abschluss der Studienreise bildete ein Besuch bei FragDenStaat, einer Organisation, die sich für Transparenz, Informationsfreiheit und den freien Zugang zu staatlichen Informationen einsetzt. Hier erklärte das Team ihre Arbeitsweise und welche Möglichkeiten das Informationsfreiheitsgesetz eigentlich bietet.

Viele neue Impulse für die BJV

Die Studienreise nach Berlin bot zahlreiche Gelegenheiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Trotz vieler Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Österreich wurden auch unterschiedliche Ansätze und Strukturen sichtbar, die neue Denkanstöße für die eigene Arbeit lieferten. Die gewonnenen Erfahrungen und Ideen werden sowohl der Vorstand als auch die Geschäftsstelle in ihre zukünftige Arbeit einfließen lassen.

Gleichzeitig hat die Reise die Bedeutung eines starken internationalen Netzwerks einmal mehr verdeutlicht. Der Austausch mit den unterschiedlichen Organisationen hat gezeigt, wie wertvoll der Blick über Ländergrenzen hinweg ist, um voneinander zu lernen und neue Perspektiven zu gewinnen, um so die Interessen junger Menschen gemeinsam besser vertreten zu können.

BJV-Vorsitzender Ahmed Naief, DBJR-Vorsitzender Wendelin Haag und BJV-Vorsitzende Anna Schwabegger stehen zusammen.
image00010

BJV-Vorsitzender Ahmed Naief, DBJR-Vorsitzender Wendelin Haag und BJV-Vorsitzende Anna Schwabegger.

Logos Erasmus + mit EU Flagge und Bundesjugendvertretung