Bildung
Bildung wird in Österreich nach wie vor stark vererbt. Das bedeutet: Welchen Bildungsweg ein Kind später einschlägt, hängt zu einem großen Teil davon ab, welche Bildung die Eltern haben. Das zeigen mehrere Studien – zuletzt auch eine Langzeitstudie des Instituts für Höhere Studien (IHS), die 2026 veröffentlicht wurde. Besonders sichtbar wird die Vererbung nach der Volksschule: Während 65 Prozent der Kinder von Akademiker*innen eine AHS-Unterstufe besuchen, sind es nur elf Prozent der Kinder von Pflichtschulabsolvent*innen.
Gerechte Bildungschancen und ein inklusives Bildungssystem
Die BJV setzt sich dafür ein, dass alle jungen Menschen einen gerechten Zugang zu Bildung bekommen. Denn Kinder und Jugendliche haben das Recht auf gute Bildung. Die Forderungen der BJV reichen von der Elementarpädagogik über den Schulbereich bis hin zu den Hochschulen. Aktuell setzt sich die BJV besonders im Schulbereich für konkrete Maßnahmen ein, die gerechte Bildungschancen schaffen und ein inklusives Bildungssystem voranbringen.
Deswegen fordert die BJV u.a. den Ausbau der Ganztagsschulen, um eine stärkere individuelle Förderung zu ermöglichen, den Abbau der Sonderschulen, um ein inklusives Bildungssystem zu schaffen, sowie die Anwendung eines Sozialindex bei der Finanzierung von Schulen, damit jene Schulen, die vor größeren Herausforderungen bei der Förderung ihrer Schüler*innen stehen, über mehr finanzielle Mittel verfügen. Diese Positionen bringt die BJV z.B. durch Lobbyarbeit, Stellungnahmen sowie die Mitarbeit in relevanten Gremien und Netzwerken in die politische Debatte ein.
Kinder- und Jugendarbeit als wichtigen Lernort anerkannen
Bildung umfasst aus BJV-Sicht aber weit mehr, als junge Menschen auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes vorzubereiten. Sie gibt Jugendlichen die Möglichkeit, sich persönlich zu entwickeln, ihre eigenen Wege zu gehen und aktiv an der Gesellschaft und Politik teilzunehmen. Diese Entwicklung findet jedoch nicht nur in der Schule statt: Auch die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit sollte als wichtiger Lernort anerkannt und durch eine engere Kooperation mit Schulen gezielter eingebunden werden.
In der Kampagne „Drei Millionen” plädiert die BJV zudem dafür Schule als einen wichtigen Ort der Beteiligung anzusehen, in dem Kinder und Jugendliche in Form von Schüler*innenparlamenten und Klassenräten mitbestimmen und sich gestaltend einbringen sollten. Schule sollte nämlich ein Ort sein, an dem sich junge Menschen gerne aufhalten und der ihre Lebensrealitäten widerspiegelt.