Grundwehr- und Zivildiener müssen gleichgestellt sein!

Grundwehr- und Zivildienst

Die allgemeine Wehrpflicht gilt in Österreich für alle tauglichen, männlichen, österreichischen Staatsbürger von 17 bis 50 Jahren. Der Grundwehrdienst ist ein Teil der allgemeinen Wehrpflicht und dauert derzeit sechs Monate. Wer die allgemeine Wehrpflicht aus Gewissensgründen nicht erfüllen kann, muss einen Wehrersatzdienst, den sogenannten Zivildienst, im Umfang von neun Monaten leisten. Seit April 2023 können Frauen freiwillig einen Grundwehrdienst leisten.

Die BJV fordert seit vielen Jahren Reformen bei Grundwehr- und Zivildienst, bei denen die Anliegen von jungen Menschen entsprechend berücksichtigt werden müssen. Die aktuellen multiplen Krisen verstärken den Ruf nach Reformen. 2025 setzte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner eine Wehrdienstkommission ein. Die Wehrdienstkommission sollte Vorschläge zur Reform des Grundwehrdienstes erarbeiten. Die BJV war mit beratender Stimme in der Kommission vertreten. Oberstes Ziel dabei war, dass die Reformen sich maßgeblich an den Interessen der jungen Menschen orientieren, da diese direkt davon betroffen sind.

Im Juli 2026 einigte sich die Regierung, den Grundwehrdienst um drei Monate mit verpflichtenden Truppenübungen verlängern zu wollen. Beim Zivildienst ist derzeit eine freiwillige Verlängerung um zwei Monate geplant, sollte die Zahl der Grundwehrdiener jedoch zu gering sein, soll der Zivildienst verpflichtend auf elf Monate verlängert werden. Die BJV fordert die Ungleichbehandlung von Wehr- und Zivildienern zu beenden und wird dies auch weiterhin in die Debatte einbringen.

Die Kernforderungen:

  • Volle Gleichstellung von Grundwehr- und Zivildienern
  • Faire Entlohnung für Grundwehr- und Zivildiener
  • Ausbildung als bedeutender Teil von Grundwehr- und Zivildienst sowie bessere Anerkennung von Kompetenzen im Bildungssektor und am Arbeitsmarkt
  • Reform der Stellung hin zu einem allgemeinen Gesundheitscheck für alle 18-jährigen Österreicher*innen

Forderungen und Materialien

Presseaussendung zum Wehrdienstreform-Vorschlag (2026)

Presseaussendung zu Empfehlungen der Wehrdienstkommission

Positionspapier „Aufwachsen in Frieden und Sicherheit” (2025)