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Braucht es ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige?

Auf Einladung von Vizekanzler Andreas Babler nahm die BJV am Symposium „Medien und Demokratie“ teil. Dort legte BJV-Vorsitzende Lejla Visnjic dar, wie der digitale Raum für Kinder und Jugendliche sicher gestaltet werden muss.

Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler versammelte am 13. April 2026 ein breites Spektrum an Fachleuten aus Politik, Zivilgesellschaft, Justiz und Medien im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport. Im Zentrum des Symposiums „Medien und Demokratie“ standen die wachsende Bedrohung durch Desinformation, die Marktmacht globaler Digital-Konzerne sowie effektive Strategien zum Schutz demokratischer Grundwerte im Netz.

BJV-Vorsitzende Lejla Visnjic diskutierte dabei am Podium mit Staatssekretär Jörg Leichtfried, der pädagogischen Leiterin von Saferinternet.at, Barbara Buchegger, sowie dem Kinder- und Jugendanwalt Sebastian Öhner über ein Mindestalter auf Social Media und darüber, wie junge Menschen sicher im digitalen Raum unterwegs sein können.

Dieses Foto zeigt die BJV-Vorsitzende Lejla Visnjic bei einer Diskussion

Demokratie- und Medienbildung ab der 5. Schulstufe gefordert 

Die BJV-Vorsitzende führte aus, dass ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren durchaus eine sinnvolle Maßnahme darstellt, um diese Altersgruppe vor den spezifischen Gefahren der Online-Welt zu schützen. Parallel brauche es jedoch auch eine strengere und konsequentere Regulierung der Plattformen sowie mehr Medien- und Demokratiebildung in allen Schulformen – und das bereits ab der Unterstufe.

Eine höhere Altersgrenze für die Nutzung von Social Media lehnt die BJV jedoch ab: „Junge Menschen dürfen in Österreich ab 16 wählen und Social Media gehört einfach zu ihrem Alltag dazu. Dort kommunizieren sie, informieren sich und vernetzen sich. Ihnen das zu verbieten, entspricht einfach nicht ihrer Lebensrealität“, betonte Visnjic während der Diskussion.

Das eigentliche Kernproblem sieht die BJV weniger im Nutzungsverhalten der Jugendlichen selbst als vielmehr im manipulativen Design der Plattformen, das den digitalen Raum oft erst gefährlich macht. Daher forderte die BJV-Vorsitzende einmal mehr eine deutlich strengere und konsequentere Regulierung der Plattformen. Außerdem müssten auch präventive Maßnahmen umgesetzt werden, wie zum Beispiel die finanzielle Absicherung von „Trusted Flaggern“ und die Einführung standardisierter Meldebuttons.

Kinder- und Jugendorganisationen und Jugendzentren unterstützen

Darüber hinaus betonte Visnjic, dass Kinder und Jugendliche auch außerhalb der digitalen Welt starke Netzwerke benötigen. Und hier seien es vor allem die Kinder- und Jugendorganisationen sowie die Jugendzentren die einen unverzichtbaren Beitrag leisten. Auch diese müssten finanziell unterstützt werden, damit sie ihre Arbeit umsetzen können. Zum Abschluss betonte die BJV-Vorsitzende, wie wichtig es ist, junge Menschen bei politischen Vorhaben, die sie betreffen, von Anfang an einzubeziehen und ihre Sichtweise zu berücksichtigen. „Wenn Jugendliche in die Ausarbeitung von Regeln im digitalen Raum einbezogen werden, können sie diese besser verstehen, akzeptieren und letztlich auch verantwortungsvoll mittragen“, so Visnjic.

Dieses Bild zeigt ein Podium mit vier Diskutant:innen und einer Moderatorin

Fotos: BMWKMS/HBF/Trippolt