Inklusionsbeirat startet ins neue Jahr

Beim ersten Treffen des Inklusionsbeirats im Jahr 2026 haben junge Menschen mit Behinderungen ihre Ideen und Wünsche für die kommenden Monate eingebracht. Zum Auftakt stand außerdem ein Thema auf der Agenda, das aktuell breit diskutiert wird: ein mögliches Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige.

In einem partizipativen Prozess legten die Teilnehmenden fest, welche Inhalte das Jahr prägen sollen. Ganz oben stehen

  • inklusive Bildung,
  • persönliche Assistenz,
  • psychische und physische Gesundheit,
  • die Situation von Frauen und Mädchen mit Behinderungen,
  • der Zugang zum Arbeitsmarkt sowie
  • barrierearmes Wohnen.

Darüber hinaus soll es dieses Jahr noch mehr Raum geben, um aktuelle politische Entwicklungen gemeinsam einzuordnen und zu diskutieren. Angedacht sind auch Social-Media-Beiträge und Medieninterviews, um die Anliegen des Inklusionsbeirats sichtbar zu machen. Ebenso geplant sind die Vernetzung mit anderen Beiräten sowie der Austausch mit Expert*innen aus der Wissenschaft und Vertreter*innen der Politik. Neben inhaltlicher Arbeit sind auch Aktivitäten vorgesehen, die das Miteinander stärken und Begegnung ermöglichen.

Beschriebene Flipcharts: Themen, die wir 2026 besprechen wollen und Ideen für Aktionen

Perspektiven zu einem Social-Media-Verbot

8 Mitglieder des Inklusionsbeirats sitzen in einem Tischkreis und lachen.

Im zweiten Teil des Treffens widmete sich der Beirat der Debatte rund um ein mögliches Social-Media-Verbot. Diskutiert wurde dabei, was ein solches Verbot konkret für junge Menschen mit Behinderungen bedeuten würde – eine Frage, die in der öffentlichen Auseinandersetzung bisher kaum vorkommt.

Festgehalten wurde: Ein Verbot für unter 14-Jährige kann eine Schutzmaßnahme sein. Gleichzeitig sind Soziale Netzwerke und Online-Foren für viele Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ein wichtiges Tor zur Außenwelt. Sie ermöglichen Austausch mit Gleichaltrigen und das Knüpfen von Kontakten. Das ist etwas, das offline leider nach wie vor nicht selbstverständlich ist.

Die Mitglieder betonen daher, dass neben möglichen Altersgrenzen vor allem digitale Safer Spaces notwendig sind, wie etwa moderierte Foren oder zeitlich begrenzte Angebote, die sichere Vernetzung ermöglichen. Entscheidend sei weniger ein pauschales Verbot als eine Veränderung der Plattformstrukturen.

Ein weiteres zentrales Anliegen ist der Datenschutz im digitalen Raum. Sensible Daten junger Menschen dürfen nicht gesammelt oder wirtschaftlich verwertet werden. Gleichzeitig muss es im Ernstfall möglich sein, Täter*innen zu identifizieren. Darauf weisen insbesondere die weiblichen Teilnehmenden des Beirats hin. Und auch Eltern tragen Verantwortung: Fotos oder persönliche Informationen ihrer Kinder sollten nicht ohne deren Zustimmung veröffentlicht werden.

Unabhängig von Altersgrenzen braucht es zudem einen sanften und begleiteten Einstieg in die Nutzung von Social Media ab 14 Jahren. Hier ist auch das Bildungssystem gefordert. Lehrkräfte benötigen eine solide digitale Grundbildung, um Kinder und Jugendliche im Umgang mit sozialen Netzwerken kompetent unterstützen zu können.

Mit Motivation ins Jahr 2026 starten

Der Inklusionsbeirat startet also mit Themenschwerpunkten, konkreten Vorhaben und dem gemeinsamen Ziel ins Jahr 2026, um die Stimmen junger Menschen mit Behinderungen stärker in politische und mediale Debatten einzubringen.

Gruppenbild der Mitglieder des Inklusionsbeirats vor dem Logo der BJV.

Klingt interessant?

Im Inklusionsbeirat finden acht Treffen pro Jahr statt, bei denen sich junge Menschen mit Behinderungen über selbstgewählte Themen austauschen. Das nächste Treffen findet am 12. März von 15:00 bis 18:00 in der BJV statt.

Wenn du Interesse hast, beim Inklusionsbeirat mitzumachen, schreib unserer Referentin Paula Schwentner eine Mail an paula.schwentner@bjv.at oder ruf sie unter +43 676 880 11 11 53 an! Wir freuen uns auf dich!