Aus dem Blog

Besuch im Parlament: Der Kinderbeirat beim Kinderrechte-Ausschuss

Nach dem Treffen in Salzburg bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft ging es für den Kinderbeirat einen wichtigen Schritt weiter: Mit den in Salzburg erarbeiteten Forderungen besuchten die Kinder den Kinderrechte-Ausschuss des Bundesrats im Parlament, um ihre Anliegen direkt an Politiker*innen heranzutragen.

Kinder stehen in der Säulenhalle des Parlaments. Die Bundesrätin Daniela Gruber-Pruner steht vor der Gruppe von Kindern und erklärt.

Die Kinder aus Salzburg reisten gemeinsam mit Lia und Ole vom Verein Spektrum nach Wien. Nach einer Zugfahrt und einer anschließenden Fahrt mit der Bim kamen alle gut im Parlament an – auch die Kinder aus Wien und Niederösterreich. Viel Zeit zum Ausruhen blieb jedoch nicht, denn es ging direkt los mit einem spannenden und intensiven Programm.

Der Nachmittag begann mit einer Führung durch das Parlament, geleitet von Bundesrätin Daniela Gruber-Pruner. Sie erzählte den Kindern viel über die Räumlichkeiten des Parlaments, die umfassende Renovierung und die Geschichte des Hauses. Ein besonderes Highlight war, dass die Kinder aus der Demokratiewerkstatt heraus eine laufende Plenarsitzung beobachten konnten.

Daniela Gruber-Pruner erklärte außerdem, was der Bundesrat ist und wie ein Ausschuss arbeitet. Im Kinderrechte-Ausschuss tauschen sich Politiker*innen aus allen Bundesländern regelmäßig darüber aus, wie Kinderrechte in Österreich besser umgesetzt werden können – und an diesem Tag standen die Perspektiven der Kinder selbst im Mittelpunkt. Ganz besonders an diesem Besuch war: Die Kinder aus dem Kinderbeirat waren als Expert*innen eingeladen.

Gruppe Kinder steht vor einer Glaswand und blickt in den Plenarsaal des Nationalrats hinunter.

Forderungen und Themen des Kinderbeirats im Ausschuss

Im Ausschuss trugen die Kinder ihre Anliegen den anwesenden Politiker*innen von allen Parlamentsparteien vor. Zunächst erklärten sie, wie sie sich gemeinsam auf diese Themen geeinigt hatten. Beim Treffen in Salzburg wurden die Forderungen ausführlich diskutiert und gemeinsam beschlossen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Die Kinder erklärten reihum, welche Themen ihnen besonders wichtig sind. Die Politiker*innen hörten ihnen aufmerksam zu, bestätigten viele der angesprochenen Probleme und zeigten großes Interesse an den Forderungen.

  • Besonders betont wurden die steigenden Kosten für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Klassenfahrten, Schulbuffets, Nachhilfeunterricht und Öffi-Tickets werden immer teurer, sodass sich das einige Kinder einfach nicht mehr leisten können. Der Kinderbeirat hat deshalb u. a. vorgeschlagen, kostenlose Bustickets und Nachhilfestunden für Kinder und Jugendliche anzubieten. Auch Taschengeld war ein Thema: Manche Familien haben nicht genügend Geld, um den Kindern Taschengeld zu geben. Ein Wunsch war daher Taschengeld von der Stadt direkt für die Kinder.

  • Das zweite große Thema war Druck in der Schule. Die Kinder haben verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen, die dabei helfen würden weniger Stress im Schulalltag und genug Raum für Freizeit zu haben. Beispiele dafür sind ein Schulstart um 9 Uhr, weniger Hausübungen, mehr Zeit für Freizeit und Erholung, längere Ferien und keine Schularbeiten direkt nach den Ferien.

  • Auch hervorgehoben wurden von den Kindern die Schwierigkeiten rechtzeitig und ohne Stress in die Schule zu kommen. Vor allem Busse sind oft voll, sodass sie teils nicht mehr einsteigen können und zu spät zum Unterricht kommen. Sie wünschen sich deshalb eine bessere Infrastruktur für den Schulweg: mehr Busverbindungen, Vorrang für Schulbusse und mehr Verkehrssicherheit.

  • Ein ganz großes Anliegen der Kinder ist mehr Klima- und Umweltschutz. Sie fordern Maßnahmen von Politiker*innen, um der Verschmutzung der Meere, der Erderwärmung und dem Abholzen von Wäldern entgegenzuwirken. Dabei betonten sie auch, wie wichtig es ist, Tiere zu schützen.

Ein gelungener Abschluss

Zum Abschluss gab es noch ein gemeinsames Foto vor dem großen Weihnachtsbaum in der Säulenhalle des Parlaments. Danach hieß es Abschied nehmen: ein schneller Aufbruch zurück nach Salzburg oder in den wohlverdienten Feierabend.

Gruppenfoto mit Kindern und Politiker*innen vor einem großen Weihnachtsbaum in der Säulenhalle des Parlaments.