Aus dem Blog

Das war das BJV-Jahr 2025

2025 bekam Österreich eine neue Regierung – und die BJV einen neuen Vorstand. Gleich blieb jedoch unser stetiger Einsatz für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen. Hier ein Blick auf die Highlights.

2025 brachte politisch viel Neues: Nach zwei Anläufen und langen Verhandlungen wurde im März mit der ÖVP-SPÖ-NEOS-Regierung erstmals eine Dreierkoalition angelobt. Um sicherzustellen, dass die Anliegen der jungen Generationen von der neuen Regierung auch ausreichend berücksichtigt werden, hat die BJV das Arbeitsabkommen genau unter die Lupe genommen und einem Jugendcheck unterzogen.

Die Bilanz: Im Regierungsprogramm gibt es wichtige Vorhaben, für die sich die BJV schon lange stark macht. Dazu zählen etwa die geplante Einführung einer Kindergrundsicherung oder der Ausbau von Therapieangeboten für junge Menschen. Gleichzeitig bleibt aufgrund der angespannten Budgetlage offen, wie schnell in Bereichen wie Gesundheit, Bildung oder bei der Umsetzung der Kinderrechte tatsächlich Reformen umgesetzt werden können. Besonders kritisch bewertet die BJV das Klimakapitel, das im Vergleich zum letzten Regierungsprogramm stark geschrumpft ist. Die gesamte Analyse gibt es hier zum Nachlesen.

Vollversammlung wählte neuen Vorstand

Präsentiert wurden die Ergebnisse der Regierungsprogramm-Analyse am Tag der Jugend vom neuen BJV-Vorsitzteam. Denn auch innerhalb der BJV stand heuer im Frühjahr ein Wechsel an: Bei der BJV-Vollversammlung wurden der Vorsitz und der Vorstand neu gewählt.

Insgesamt stellten sich 17 Kandidat*innen der Wahl. Ahmed Naief, Anna Schwabegger, Sebastian Stark und Lejla Visnjic wurden von den Delegierten der rund 60 Mitgliedsorganisationen zu den neuen BJV-Vorsitzenden gewählt. Als weitere Vorstandsmitglieder gingen Anna Bohmann, Paul Freysinger, Matthias Hauer, Martin Lahmer, Klemens Lesigang, Magdalena Polsterer, Hannah Rippel und Anne Urbanek aus der Wahl hervor.

Dieses Bild zeigt den Vorstand der BJV für die Jahre 2025 bis 2027.

Kampagne „Drei Millionen“ gestartet

Den ersten Arbeitsschwerpunkt hat der neue Vorstand 2025 auf die politische Mitgestaltung junger Menschen gelegt und dafür Anfang Dezember eine neue Kampagne gestartet: Mit „Drei Millionen“ setzt sich die BJV für einen gleichberechtigten Zugang zu politischer Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen ein. Gefordert werden u.a. der Ausbau Politischer Bildung an Schulen, stärkere Mitbestimmung in Betrieben und mehr Sicherheit im digitalen Raum. Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

Klimajugendrat, EU-Jugenddialog, TOPSY Youth: Chancen aktiv zu sein

Neben der Kampagne hat sich die BJV auch mit Veranstaltungen und Projekten dafür stark gemacht, dass junge Menschen mitreden und ihre Anliegen einbringen können. Beim Projekt TOPSY Youth, das die BJV gemeinsam mit der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit umgesetzt hat, konnten Jugendliche untereinander und mit Politiker*innen über ihre Anliegen rund um psychische Gesundheit diskutieren. Die Ergebnisse wurden im Lagebericht „Von Kopf zu Kopf“ zusammengefasst und der Öffentlichkeit präsentiert.

Auch der EU-Jugenddialog, den die BJV in Österreich koordiniert, ermöglicht jungen Menschen sich politisch einzubringen. In der aktuellen Beteiligungsrunde widmet sich der Jugenddialog dem Youth Goal #1 „Die EU mit der Jugend zusammenbringen“. Im Rahmen einer österreichweiten Befragung, der Österreichischen Jugendkonferenz und bei Workshops formulierten Jugendliche, wie die EU besser auf ihre Bedürfnisse eingehen kann. Hier kannst du mehr dazu nachlesen: www.jugenddialog.at.

Ein großer Erfolg war auch heuer der Klimajugendrat der BJV im Parlament: Mehr als 80 junge Menschen tauschten sich dort mit der Politik über ihre klimapolitischen Anliegen aus. Die Forderungen waren vielfältig, zentral war jedoch der Ruf nach einem Klimaschutzgesetz, für das die BJV seit Jahren eintritt und das aktuell noch immer auf die Einigung aller politisch Verantwortlichen wartet.

Aufwachsen in Frieden und Sicherheit bleibt wichtiges Thema

Kriege und Konflikte haben auch 2025 junge Menschen stark beschäftigt. Mit dem Schwerpunkt „Aufwachsen in Frieden und Sicherheit“ hat die BJV schon 2024 darauf hingewiesen, dass junge Menschen in Sicherheits- und Friedensdebatten einbezogen werden müssen. 2025 wurde diese Arbeit fortgesetzt: So organisierte die BJV u.a. eine Diskussion mit Nationalratsabgeordneten und setzte sich für die Erarbeitung eines Nationalen Aktionsplans Jugend, Frieden und Sicherheit ein. Ein entsprechender Entschließungsantrag der Grünen, der auf den Forderungen der BJV basierte, wurde dem Landesverteidigungsausschuss zugewiesen.

Auch in der Wehrdienstkommission war die BJV 2025 vertreten. Mit beratender Stimme brachte sie dort die Anliegen junger Menschen ein und sorgte dafür, dass ihre Perspektiven bei Diskussionen rund um den Grundwehrdienst und Zivildienst Gehör finden können.

Neues Projekt zum Thema Inklusion

2025 startete die BJV auch ein neues Projekt zur Inklusion von jungen Menschen mit Behinderungen. Gemeinsam mit der Südtiroler Organisation netz | Offene Jugendarbeit EO (netz) wurde im Herbst das Projekt InklusivAktiv – Die Toolbox für inklusive Jugendarbeit gestartet.

Ziel ist es, das Bewusstsein für Inklusion in der offenen und verbandlichen Jugendarbeit zu stärken und eine praxisnahe Toolbox zu entwickeln. Wesentlich daran beteiligt ist dabei auch der 2023 geschaffene Inklusionsbeirat der BJV, der den Vorstand berät und seine Expertise in das Projekt einbringt.

Engagement auf allen Ebenen

Für eine stärkere Mitbestimmung von Kindern setzte sich 2025 erneut der BJV-Kinderbeirat ein. Dieser tagte nicht nur in Wien, sondern erstmals auch in Salzburg. Darüber hinaus tauschten sich die Beiratsmitglieder sowohl mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen als auch mit dem Kinderrechteausschuss des Bundesrats aus und brachten dort ihre Anliegen ein.

Auch auf europäischer und internationaler Ebene erhielten junge Menschen eine starke Stimme: Die Europäischen Jugenddelegierten Michael Stadlmann und Anna-Marie Christely sowie die UN-Jugenddelegierten Markus Wane und Katharina Reisenbauer vertraten die Anliegen junger Menschen unter anderem bei der EU-Jugendkonferenz in Polen sowie auf internationaler Ebene. Für Markus Wane ging es z.B. auch in diesem Jahr zur 80. UN-Generalversammlung, wo er vor dem 3. Komitee eine Rede hielt.

Das BJV-Frauenkomitee setzte einen besonderen Schwerpunkt auf die Selbstbestimmung von Frauen. Neben der Organisation themenspezifischer Workshops wurde auch eine Social-Media-Kampagne umgesetzt, unter anderem in Zusammenarbeit mit Mitgliedsorganisationen.

Gemeinsam stark im Netzwerk

Nicht zuletzt haben wir uns 2025 auch gemeinsam mit unseren Mitgliedsorganisationen und verschiedenen Initiativen sowie Kinderrechtsorganisationen für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen stark gemacht.

So haben wir uns etwa zusammen mit dem Verein HPV-Impfung Jetzt! und der ÖH für den Erhalt der kostenlosen HPV-Impfung für 21- bis 30-Jährige eingesetzt. Gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen und den Fridays for Future übergaben wir zudem einen Offenen Brief an das Klimaschutzministerium, in dem wir ein wirksames Klimaschutzgesetz fordern.

Für 2026 wird sich die BJV neben ihrer täglichen Arbeit besonders dafür einsetzen, dass die Regierung trotz Spardruck zukunftssichernde Investitionen für die Jugend ermöglicht. Denn eines steht fest: Auch in Zeiten angespannter Budgets dürfen die Anliegen von Kindern und Jugendlichen nicht vernachlässigt werden. Gerade in einer krisenreichen Zeit haben junge Menschen ein Recht auf Sicherheit und Entlastung.

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