
Drei Millionen junge Menschen haben eine wichtige Stimme
In Österreich gibt es rund drei Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene! Alle Entscheidungen, die heute getroffen werden, beeinflussen das Leben von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen am längsten, also sollen sie auch mitreden können. Die Chancen mitzubestimmen sind aber ungleich verteilt – das muss sich ändern.
Die Unzufriedenheit mit dem politischen System in Österreich wächst. Nur noch 35 Prozent der Bevölkerung finden, dass das System „sehr gut“ oder „ziemlich gut“ funktioniert. 2018 waren es noch 64 Prozent (Demokratiemonitor 2025). Und auch wenn es aktuell noch keine neue Jugendauswertung des Demokratie Monitors gibt, zeigen zahlreiche Studien der letzten Jahre klar, dass gerade auch junge Menschen politischen Institutionen immer weniger vertrauen. Beim letzten Jugend-Demokratie-Monitor meinte nicht einmal die Hälfte, dass das politische System gut funktioniert. Große Teile der jungen Generation fühlen sich weder im Parlament gut vertreten, noch haben sie das Gefühl, dass ihre Interessen bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden.
Darum sagen wir einmal mehr: Das sollte für die Politik ein deutliches Alarmzeichen sein.
„Junge Menschen sind nicht politisch interessiert“ – ein Vorurteil, das sich hartnäckig hält, und das zu Unrecht. Es mangelt jungen Menschen nicht an politischem Interesse. Viele junge Menschen beteiligen sich politisch, gesellschaftlich, wollen mitbestimmen und gestalten.
Ein Problem, auf das wir als BJV aber aufmerksam machen wollen: Jungen Menschen, die versuchen sich politisch einzubringen werden oft Steine in den Weg gelegt. Sich politisch zu beteiligen kann gerade für jene junge Menschen eine Herausforderung darstellen, die ohnehin erschwerte Zugänge zur Partizipation haben: etwa Jugendliche mit Behinderungen, mit Migrationsbiografie oder jene, die aufgrund ihres Alters z. B. nicht wählen dürfen. Sie können viele klassische Partizipationsmöglichkeiten gar nicht nutzen.
Wenn nicht alle jungen Menschen gleichmäßig an politischen Prozessen partizipieren können, hat das weitreichende Folgen für unsere Gesellschaft und Demokratie. Es fehlen wichtige Perspektiven in der Politik, insbesondere die von Jugendlichen aus benachteiligten Lebensverhältnissen. Politische Maßnahmen entsprechen so nicht den tatsächlichen Bedürfnissen der Betroffenen. Das führt oft zu einem Gefühl von Ohnmacht oder Frust bei jungen Menschen, was folglich das Zugehörigkeitsgefühl zur Gesellschaft und das Vertrauen in Demokratie schwächt.
Mit der Kampagne „Drei Millionen“ zeigt die BJV auf, welche Maßnahmen die Politik treffen muss, damit alle Kinder und Jugendlichen besser mitbestimmen können und die Stimmen von drei Millionen jungen Menschen endlich gehört werden.
To-Do-Liste für Politiker*innen
Die Politik muss dafür sorgen, dass alle jungen Menschen besser partizipieren können. Als Bundesjugendvertretung ist es uns wichtig, zu wissen, was junge Menschen brauchen und wollen. Wir haben deshalb Forderungen für Politiker*innen gesammelt und Ideen, was sie verändern sollten, damit alle jungen Menschen besser teilhaben können.
Diese Forderungen haben wir auf einer To-Do-Liste für die Politik zusammengefasst.
Partizipation muss überall dort möglich sein, wo junge Menschen sich aufhalten: etwa in der Schule, in der Arbeit oder im digitalen Raum. Zusätzlich müssen neue und bestehende Angebote inklusiv gestaltet werden und verschiedene Zielgruppen direkt ansprechen.
Deshalb fordern wir:
Check dein Beteiligungsprojekt!
Du beteiligst dich schon oder hast vor bei einem Beteiligungsprojekt mitzumachen, bist dir aber nicht ganz sicher, ob das auch was bringt?
Wir haben hier eine Checkliste erstellt, mit der du testen kannst, ob dein Beteiligungsformat etwas taugt. Check it out!




