Kinderrechte
Kinder und Jugendliche haben eigene Rechte. Diese sind seit 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben und gelten für alle jungen Menschen unter 18 Jahren – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung oder sozialem Hintergrund. Dazu gehören etwa das Recht auf Bildung oder Gesundheit. Kinderrechte sollen ein gutes Aufwachsen ermöglichen und müssen bei allen Entscheidungen, die Kinder und Jugendliche betreffen, berücksichtigt werden.
Alle Kinderrechte müssen in der Verfassung verankert werden
Für die BJV sind Kinderrechte eine wesentliche Grundlage ihrer politischen Arbeit. Ihre Forderungen und Aktivitäten orientieren sich an der UN-Kinderrechtskonvention (KRK). Österreich hat bei ihrer Umsetzung bereits wichtige Fortschritte gemacht, dennoch besteht weiterhin Handlungsbedarf: So ist nur ein Teil der Kinderrechte in der österreichischen Verfassung verankert. Dabei sind alle Kinderrechte gleich wichtig und sollten daher auch gleich gut rechtlich abgesichert sein.
Die BJV fordert, alle Kinderrechte in der Verfassung zu verankern und ihre konsequente Umsetzung sicherzustellen. Dazu gehört auch die Ratifizierung des 3. Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention, das Kindern und Jugendlichen ermöglicht, sich bei Verletzungen ihrer Rechte direkt an den UN-Kinderrechtsausschuss zu wenden. Zudem braucht es ein konsequentes Monitoring der Kinderrechte durch eine unabhängige Fachstelle.
Mehr Bewusstsein schaffen
Neben der grundsätzlichen Stärkung der Kinderrechte nimmt die BJV aber auch konkrete Bereiche in den Blick, in denen Kinderrechte in Österreich noch nicht für alle Kinder gleichermaßen verwirklicht sind. Ein Beispiel dafür ist die seit Jahren hohe Kinderarmut: Mehr als jedes fünfte Kind in Österreich ist armuts- oder ausgrenzungsgefährdet – und das, obwohl jedes Kind ein Recht auf angemessene Lebensbedingungen hat. Das bedeutet, dass alle Kinder unter Bedingungen aufwachsen sollten, die eine gute Entwicklung ermöglichen. Dazu zählt etwa eine ausgewogene Ernährung.
Zu guter Letzt setzt sich die BJV auch dafür ein, dass das Bewusstsein für Kinderrechte steigt – bei Kindern und Jugendlichen ebenso wie in der Gesellschaft insgesamt. Mit Kampagnen wie „Unsere Rechte, eure Spielregeln” macht sie Kinderrechte für Kinder und Jugendliche selbst greifbar. Als Vorstandsmitglied im Netzwerk Kinderrechte prägt die BJV zudem die jährliche Kinderrechtekonferenz mit, und im Kinderrechteboard des Bundeskanzleramts sowie in weiteren Vertretungsaufgaben bringt sie ihre fachliche Expertise ein. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch der eigens eingerichtete BJV-Kinderbeirat: Er gibt Kindern die Möglichkeit, ihre Perspektiven und Anliegen direkt einzubringen. Denn niemand kennt die Lebenswelt von Kindern besser als sie selbst.

Bundesjugendvertretung/Kinderrechte
Der BJV-Kinderbeirat besuchte bereits Bundespräsident Alexander Van der Bellen, um über Anliegen zu sprechen. (c) HBF/Peter Lechner