Inklusionsbeirat schärft seine Forderungen
Das 17. Treffen des Inklusionsbeirats stand ganz im Zeichen von Partizipation: Gemeinsam arbeiteten die Mitglieder weiter an ihrem Forderungskatalog und brachten ihre Erfahrungen sowie Ideen in die entstehende Toolbox für inklusive Jugendarbeit ein.
Den Auftakt bildete das zweite Treffen der Fokusgruppe zum Projekt InklusivAktiv – Die Toolbox für inklusive Jugendarbeit. Gemeinsam sammelten die Teilnehmenden persönliche Erfahrungen und Zitate, die künftig in die Toolbox einfließen und Jugendarbeiter*innen konkrete Einblicke in die Lebensrealitäten junger Menschen mit Behinderungen geben sollen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, die Sichtbarkeit des Inklusionsbeirats zu stärken.
Stimmen und Erfahrungen für die Toolbox InklusivAktiv
Bei der Fokusgruppe ging es um Fragen wie: Wann fühlt man sich in einer Gruppe willkommen? Was braucht es, damit Freizeitangebote wirklich inklusiv sind? Und welche Barrieren verhindern häufig die Teilnahme?

Die Antworten der Jugendlichen machten deutlich, wie wichtig Selbstbestimmung und Mitbestimmung sind. „Freizeit ist ein Menschenrecht“, betont eine teilnehmende Person. Ein*e andere*r Teilnehmer*in ergänzt: „Mich frustriert, wenn ich nicht mitentscheiden und mitsprechen darf, wenn ich nur daneben sitze.“
Auch das Thema Zugehörigkeit spielte eine zentrale Rolle. Besonders wohl fühlen sich die Jugendlichen in Gruppen, „in denen Menschen offen dafür sind, sich gegenseitig zu unterstützen“. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Barrieren bereits mit vergleichsweise einfachen Mitteln abgebaut werden könnten – etwa durch barrierearme Websites, Einladungen in Einfacher Sprache – mittlerweile auch mit Unterstützung von KI-Tools leicht umsetzbar – oder die Bereitschaft, nach individuellen Bedürfnissen zu fragen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Mehrfach wurde angesprochen, dass Menschen mit Behinderungen häufig das Gefühl vermittelt bekommen, ein „Mehraufwand“ zu sein oder besonders komplizierte Extrawünsche zu haben. Das sei belastend und führe in manchen Fällen sogar dazu, bestimmte Angebote gar nicht wahrzunehmen.
Gleichzeitig waren sich die jungen Menschen mit Behinderungen einig: Inklusion muss und kann nicht perfekt sein. Viel wichtiger sind Offenheit, die Bereitschaft, voneinander zu lernen und inklusive Aktivitäten einfach mal auszuprobieren. Oder wie es ein Mitglied des Beirats formulierte: „Es ist okay, Angst zu haben, etwas Falsches zu sagen. Aber redet doch einfach miteinander und schaut, was passiert.“
Gemeinsam Forderungen weiterentwickeln

Im zweiten Teil des Treffens stand die politische Arbeit des Beirats im Mittelpunkt. Der Inklusionsbeirat arbeitete an seinem Forderungskatalog weiter, der derzeit entsteht und die zahlreichen Anliegen und Forderungen bündelt, die seit der Gründung des Beirats vor drei Jahren gesammelt wurden. Der Katalog wird partizipativ erarbeitet und wird künftig die Grundlage für die politische Interessenvertretung des Inklusionsbeirats bilden.
Außerdem liefen bereits Vorbereitungen für geplante Gespräche mit politischen Entscheidungsträger*innen, bei denen die im Katalog gesammelten Forderungen des Inklusionsbeirats gleich vorgestellt und diskutiert werden sollen.
Das 17. Treffen machte einmal mehr deutlich, dass inklusive Projekte und politische Forderungen genau dann besonders praxisnah und zielgerichtet sind, wenn sie gemeinsam mit jungen Menschen mit Behinderungen entwickelt werden.
Klingt interessant?
Im Inklusionsbeirat finden acht Treffen pro Jahr statt, bei denen sich junge Menschen mit Behinderungen über selbstgewählte Themen austauschen. Das nächste Treffen findet Anfang September in der BJV statt. (Genauer Termin folgt!)
Wenn du Interesse hast, beim Inklusionsbeirat mitzumachen, schreib unserer Referentin Paula Schwentner eine Mail an paula.schwentner@bjv.at oder ruf sie unter +43 676 880 11 11 53 an! Wir freuen uns auf dich!